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Für diese Ausgabe hatten wir uns die Ernüchterung schon von der Seele geschrieben.
Das Jahr war noch jung, unsere dritte Ausgabe weiß wie die Arbeitskleidung von Nils P. vor Anbruch irgendeiner Schlussphase. Betäubt von einem zwar erfolgreichen, aber etwas biederen Freiburger Ergebnisfußball hauten wir in die Tastatur. Zig Daten, historische Analysen. Es sollte ein Mutmacher sein. These: Der SC kann auch anders kicken, wenn er will und wenn er darf.
Dann kam Leverkusen, Genk, Bayern, Vigo, Braga, Istanbul. ISTANBUL.
Ehe wir uns versahen, hatte der Frühling unsere Ernüchterung aus den Angeln gehoben und auf Händen aus dem Stadion getragen. Und uns daran erinnert, dass das Unmögliche jederzeit möglich ist – es einen vielmehr genau dann erwischt, wenn man nicht damit rechnet.
Plötzlich kickt man als badischer Amateurklub in Riad. Plötzlich schlägt der Ollé Ollé-Fluch zu. Und gerade als man zu Bett gehen will, klingelt es an der WG-Tür und ein Torwart mit französischem Akzent fragt durch die Gegensprechanlage: Excusez-moi, darf ich mitpokern?
»Falsch spiegelt sich die Welt in tränenvollen Augen«, notierte der weltberühmte Philosoph Julius Hammer 1860 in seinem Werk »Unter dem Halbmond: ein osmanisches Liederbuch« – 166 Jahre bevor die rote Fahne am Bosporus wehte.
Sport-Club, du verrückter, du wunderbarer.
Viel Freude mit Ollé Ollé #3




